Leitfaden zur Risikobewertung

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Was ist eine Risikobewertung?

Eine Risikobewertung ist eine systematische Untersuchung der Sicherheit an Ihrem Arbeitsplatz mit den Zielen: 1) signifikante Gefahren zu identifizieren; 2) den Schweregrad und die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen abzuschätzen und 3) Kontrollmaßnahmen einzuleiten, um Risiken am Arbeitsplatz zu verringern

Über gesetzliche Anforderungen hinausgehend bestehen die Ziele von Risikobewertungen auch darin, die Gesundheit und die Sicherheit Ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten.

Risikobewertungen werden oft mit Gefährdungsbeurteilungen verwechselt. Der Hauptunterschied zwischen einer Risikobewertung und einer Gefährdungsbeurteilung ist der Geltungsbereich. Bei Risikobewertungen werden Sicherheitsgefährdungen am gesamten Arbeitsplatz eingeschätzt und häufig von einer Risikomatrix begleitet, um Gefahren und Kontrollen zu priorisieren. Bei Gefährdungsbeurteilungen hingegen liegt der Schwerpunkt auf den Risiken an bestimmten Arbeitsplätzen und sie werden für gewöhnlich für eine bestimmte Aufgabe durchgeführt, wobei jeder Schritt der Aufgabe untersucht wird.

Wie wird eine Risikobewertung durchgeführt?

Risikobewertungen müssen von kompetenten Personen durchgeführt werden, die Erfahrungen mit Schweregraden und Wahrscheinlichkeiten von Verletzungen sowie mit Kontrollmaßnahmen haben. Eine neue Risikobewertung sollte durchgeführt werden, wenn es neue Maschinen, Substanzen und Abläufe gibt, aus denen neue Gefahren entstehen könnten. Sie sollten regelmäßig überprüft und stets auf dem neuesten Stand gehalten werden.

Hier finden Sie fünf Schritte für die Durchführung einer Risikobewertung an Ihrem Arbeitsplatz:

  1. Gefahren erkennen: Arbeitsplatz genau untersuchen und feststellen, was möglicherweise Schäden oder Verletzungen verursachen könnte. Häufig auftretende Gefahren am Arbeitsplatz erkennen. Die Anweisungen von Herstellern oder Zulieferern oder Datenblätter auf offensichtliche Gefahren überprüfen. Vorherige Unfallberichte und Beinahunfallberichte überprüfen.
  2. Bestimmen, wer wie verletzt werden könnte: Identifizieren, welche Teams und demografischen Arbeitergruppen verletzt werden könnten. Arbeiter fragen, ob ihrer Meinung nach noch andere Personen durch die Gefahr Schaden erleiden könnten.
  3. Risiken evaluieren und Kontrollmaßnahmen festlegen: Nach bereits bestehenden Strategien zur Beseitigung der Gefahr suchen. Kontrollhierarchien bei der Einführung von Kontrollen berücksichtigen.
  4. Ergebnisse aufzeichnen und umsetzen: Eine Vorlage für Risikobewertung nutzen, um Ergebnisse zu dokumentieren. Mit den kostenlosen Vorlagen für Risikobewertungen von iAuditor beginnen, die Sie vor Ort auf Ihrem Mobilgerät benutzen können. Berichte und Ergebnisse mit den wichtigsten Parteien teilen, die Änderungen umsetzen können.
  5. Bewertung überprüfen und gegebenenfalls aktualisieren: Bewertung erneut betrachten, um zu überprüfen, ob Maßnahmen zur Gefahrenbeseitigung ergriffen wurden oder ob neue Gefahren entstanden sind.

Wie nutzt man eine Risikomatrix?

Wahrscheinlichkeit Sehr wahrscheinlich Wahrscheinlich Unwahrscheinlich Sehr unwahrscheinlich
Schadensschwere Tödlicher Ausgang Hoch Hoch Hoch Mittel
Schwere Verletzungen Hoch Hoch Mittel Mittel
Leichte Verletzungen Hoch Mittel Mittel Gering
Unerhebliche Verletzungen Mittel Mittel Gering Gering

Eine Risikomatrix wird häufig bei Risikobewertungen eingesetzt, um das Niveau eines Risikos zu messen, indem die Schadensschwere und die Wahrscheinlichkeit für die Verletzung eines Arbeiters, nachdem er einer Gefahr ausgesetzt war, in Betracht gezogen werden. Die beiden Maße können dann beim Bestimmen der Gesamtrisikobewertung der Gefahr helfen. Die beiden wichtigsten Fragen bei der Nutzung einer Risikomatrix lauten:

  1. Schadensschwere: Wie schlimm wäre die schlimmste Verletzung, wenn eine Person der Gefahr ausgesetzt wird?
  2. Wahrscheinlichkeit: Wie wahrscheinlich ist es, dass eine Person verletzt wird, wenn sie der Gefahr ausgesetzt wird?

Wie schätzt man die Schadensschwere ein?

Beim Einschätzen der Schadensschwere einer Gefahr lautet die erste Frage: „Wenn ein Arbeiter dieser Gefahr ausgesetzt wird, wie schlimm wäre die wahrscheinlich schlimmste Verletzung?“. Bei dieser Überlegung nehmen wir an, dass Gefahr und Verletzung unvermeidbar sind und wir nur die Schwere berücksichtigen.

Der Schweregrad der Verletzung und die Schadensschwere werden häufig in die vier folgenden Kategorien eingeteilt:

  • Tödlicher Ausgang – führt zum Tod.
  • Schwere Verletzungen – ernste Gesundheitsschäden, die möglicherweise unumkehrbar sind, medizinisch versorgt und weiter behandelt werden müssen.
  • Leichte Verletzungen – heilbare Gesundheitsschäden, die möglicherweise medizinisch versorgt, aber nur begrenzt weiter behandelt werden müssen. Hierbei ist erheblicher Arbeitsausfall unwahrscheinlicher.
  • Unerhebliche Verletzungen – Ein Verbandskasten reicht aus, und es geht wenig bis keine Zeit verloren.

Wir betrachten das Schneiden von Metall als Beispiel aus der Praxis. Zu den möglichen Gefahren zählt das Herausfliegen eines Metallstücks aus dem Gerät während der Nutzung. In diesem Beispiel ist die wahrscheinlich schlimmste Verletzung eine „schwere Verletzung“, möglich wären eine Prellung, eine Quetschung, ein Knochenbruch oder die Notwendigkeit der Amputation eines Fingers.

Wie schätzt man die Wahrscheinlichkeit ein?

Beim Einschätzen der Wahrscheinlichkeit muss folgende Frage gestellt werden: „Wenn die Gefahrenlage eintritt, wie wahrscheinlich ist es dann, dass der Arbeiter verletzt wird?“. Dies darf nicht mit der Wahrscheinlichkeit verwechselt werden, mit der die Gefahr eintritt. Häufig wird die Wahrscheinlichkeit einer Gefahrenlage, die zur Verletzung eines Arbeiters führt, in vier Kategorien eingeteilt:

  • Sehr wahrscheinlich – konstant der Gefahr ausgesetzt.
  • Wahrscheinlich – gelegentlich der Gefahr ausgesetzt.
  • Unwahrscheinlich – könnte passieren, aber nur selten.
  • Sehr unwahrscheinlich – könnte passieren, wird aber wahrscheinlich niemals der Fall sein.

In unserem Praxisbeispiel sollte die Frage nicht lauten: „Wie wahrscheinlich ist es, dass die Maschine versagt?“, sondern eher: „Wenn die Maschine versagt und Metall herausfliegt, wie wahrscheinlich ist es, dass der Arbeiter verletzt wird?“. Im Beispiel sehen wir einen sicheren Abstand zwischen der Maschine und dem Arbeiter, und dieser trägt eine angemessene Schutzausrüstung. Daher können wir unseren Einschätzungen zufolge die Wahrscheinlichkeit als „Unwahrscheinlich“ einstufen.

Wir empfehlen die Lernangebote der OSHA (Occupational Safety and Health Administration), einer Bundesbehörde in den Vereinigten Staaten, für weitere Informationen über die Einschätzung von Schweregrad und Wahrscheinlichkeit bei Ihren Risikobewertungen.

Wie führt man Kontrollmaßnahmen ein?

Nachdem eine Gefahr erkannt und ihr eine Risikobewertung zugeteilt wurde, müssen effektive Maßnahmen zur Behebung umgesetzt werden, um die Arbeiter zu schützen. Das Durcharbeiten einer Hierarchie der entsprechenden Maßnahmen kann eine effektive Methode zum Auswählen der richtigen Maßnahme zur Risikoverringerung darstellen.

Die OSHA empfiehlt folgende Richtlinien bei der Gefahrenbeseitigung

  • Alle ernsthaften Gefahren sofort beseitigen oder verhindern.
  • Vorübergehende Maßnahmen einsetzen, während langfristige Lösungen entwickelt und eingeführt werden.
  • Maßnahmen in Übereinstimmung mit einer Hierarchie auswählen, in der technische Lösungen (einschließlich Beseitigung oder Ersetzen) an erster Stelle stehen, gefolgt von sicheren Arbeitspraktiken, Verwaltungskontrollen und schließlich persönlicher Schutzausrüstung.
  • Vermeiden von Maßnahmen, die direkt oder indirekt neue Gefahren verursachen könnten.
  • Mögliche Maßnahmen mit den Arbeitern besprechen, um sicherzugehen, dass sie umsetzbar und effektiv sind.
  • Eine Kombination von Maßnahmen einsetzen, wenn keine einzelne Methode die Arbeiter vollständig schützt.

Jetzt wissen Sie Bescheid

Risikobewertungen können als regulative Bürde mit Formalitäten angesehen werden, doch der Grund und Zweck für eine Risikobewertung hilft Ihrem Team dabei, Gefahren am Arbeitsplatz zu erkennen, zu priorisieren und letztlich zu beseitigen.

 

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